Ulysses S. Grant

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    • Ulysses S. Grant

      Soldat, später US-Präsident

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      Ulysses S. Grant, zur Offiziersausbildung in West Point, schreitet als Rang-höherer Kadett ein, als Elkanah Bent die Jung-Kadetten Orry Main und George Hazard bis zur Erschöpfung drillt. Als Orry später trotz Krankheit eine Strafwache im Winterwetter absolvieren muss, zusammenbricht und Grant für seine Ablösung sorgt, wendet sich Bent anderen Kadetten als Zielscheibe seiner Schikanen zu. Grant bleibt die überwiegende Zeit zwischen der Akademieausbildung und dem Bürgerkrieg Soldat, kämpft im Amerikanisch-mexikanischen Krieg und ist dann lange Zeit im mittleren Westen stationiert, wo er auch sein erstes Bürgerkriegs-Kommando erhält. Der Verdacht, er wäre ein Trinker, bestätigt sich nicht. Zunehmend von Robert E. Lee's genialer Taktik und eigenen schwachen Generälen in Zugzwang gebracht, entscheidet sich Lincoln, Grant das Oberkommando aller US-Truppen zu übergeben. George, der seine Bekanntschaft mit Grant erneuern kann, erreicht ein Feldkommando unter diesem und nimmt an taktischen Beratungen teil. Nachdem Grant seine Taktik des verteilten Krieges und des Angriffs auch auf zivile Ziele entworfen und umgesetzt hat und hierbei nicht selten selbst die Zweifel seiner höchsten Generäle bekämpfen musste, gelingt es ihm nach 4 langen Kriegsjahren, Lee zur Kapitulation zu zwingen, wo er ihn bei Appomattox Court House trifft.

      Nach dem Krieg erscheint Grant, noch immer General, nur kurzzeitig auf dem Kondolenzempfang für George Hazard.

      Historische Aufnahme
      (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Ulysses_S._Grant )
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      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr
    • Auch hier mal ein Biographieversuch:

      Die Grants gehörten zum Bodensatz der Bevölkerung der Vereinigten Staaten, eine Durchschnittsfamilie, die vom Schicksal nicht gerade verwöhnt wurde. Am 27. April 1822 wurde er geboren. Er Erhielt den Namen des griechischen Generals, der die Stadt Troja eingenommen hatte: Ulysses. Als zweiter Name wurde „Hiram" festgelegt - ein Name, der später nie mehr verwendet wurde. Er wuchs in Georgetown auf. Schon als Siebenjähriger half Ulysses Grant im Betrieb seines Vaters mit. Mit zehn Jahren brachte er bereits selbständig Wagenladungen mit Leder bis nach Cincinnatti. Als er vierzehn war, schickte sein Vater ihn nach Maysville, Kentucky, in das Haus seiner Tante Pamelia, damit er das dortige Seminar besuchen konnte. 1838 mußte er nach Ripley, Ohio, übersiedeln und in die dortige presbyterianische Akademie eintreten.

      Im Herbst 1838 wurde durch Zufall für den 5. Kongreß-Distrikt von Ohio eine West-Point-Nominierung frei, da ein Kadett aus diesem Bezirk von der Akademie verwiesen worden war. Der Eintritt in die Akademie West Point war ein Privileg. Jeder Kandidat brauchte einen Bürgen, in der Regel einen Kongreßabgeordneten. Der Abgeordnete Thomas Hamer erklärte sich bereit, für Ulysses zu bürgen, setzte den 17-jährigen auf die Empfehlungsliste für das Kriegsministerium und machte dabei einen folgenreichen Fehler: In dem Glauben, daß der junge Grant als zweiten Namen den Familiennamen seiner Mutter trüge, schrieb er: Ulysses Simpson Grant.
      Die Vornamensinitialen „U. S." , die er nun für den Rest seines Lebens behalten sollte, sorgten unter seinen Kameraden für Spott: Man nannte ihn „United States" oder „Uncle Sam", und schließlich wurde er von den anderen Kadetten „Sam" gerufen. Er schloß nur wenige Freundschaften.Grant belegte den 21. Platz unter den Prüflingen.

      Im September 1843 trat Ulysses S. Grant im Rang eines Brevet Second Lieutenant (effektiv seit 1. Juli 1843) in den Jefferson Barracks bei St. Louis seinen Dienst bei der 4. US-Infanterie an. Grant traf in der Garnison einen ehemaligen West-Point-Kameraden wieder, Lieutenant James Longstreet. Im Februar 1844 traf Grant erstmals Julia Dent, die Tochter eines weiteren West-Point-Kadetten, Fred T. Dent. Im Frühjahr 1845 erhielt Grant einen kurzen Urlaub, den er nutzte, um die Dents aufzusuchen und förmlich um die Hand von Julia anzuhalten.
      Am 30. September 1845 war Grants BrevetRang in den vollen Rang eines Second Lieutenant bei der 7. USInfanterie umgewandelt worden.
      Am 15. November wurde er zur 4. Infanterie zurückversetzt, nachdem er darum gebeten hatte. Am 1. April 1847 wurde Grant Regimentsquartiermeister. Am 8. September 1847 wurde er für seinen „gallant and meritorious conduct in the Battle of Molino del Rey" zum Brevet First Lieutenant befördert. Schon am 13. September erhielt er den Brevet eines Captains „for gallant conduct" in der Schlacht von Chapultepec. Am 16. September 1847 erfolgte die Beförderung in den vollen Rang eines First Lieutenant. Am 22. August 1848 heiratete er Julia Dent. Am 30. Mai 1850 wurde den Grants der erste Sohn, Frederick Dent Grant, geboren. 1852 erfuhr er daß er Vater eines zweiten Sohnes geworden war.
      Am 5. August 1853 erhielt er den vollen Rang eines Captains und wurde in Fort Humboldt stationiert. Fast alle hier stationierten Offiziere sprachen reichlich dem Alkohol zu. Der Zorn seines auf strenge Disziplin bedachten Vorgesetzten, Captain Robert C. Buchanan, konzentrierte sich bald auf Grant. Er ließ ihn unter Arrest stellen. Um einem Militärgerichtsverfahren und einer Disziplinarstrafe zu entgehen, reichte Grant am 31. Juli 1854 seinen Abschied ein.

      Ulysses S. Grant war 32 Jahre alt, Vater von zwei Söhnen, aber ohne Arbeit und Einkommen. Am 4. Juli 1855 wurde Grants erste Tochter, Julia, geboren. Er mußte hart arbeiten. Im Februar 1858 kam das vierte Kind, Jesse Root Grant, Jr., zur Welt. Am 1. Januar 1859 trat ein unglücklicher, lustloser Ulysses Grant seine neue Arbeit in einem Landmaklerbüro in St. Louis an. Da erreichte ihn am 15. April 1861 die Nachricht vom Fall Fort Sumter. Ulysses Grant sprach erstmals mit seinem Bruder Orvil darüber, sich wieder zur Armee zu melden.

      Die zweite militärische Karriere des Ulysses S. Grant begann mit Hindernissen: Zunächst mit Verwaltungsarbeiten betraut,
      stellte sich schnell heraus, daß er der einzige Mann im Stab der neuformierten Freiwilligentruppe war, der über militärische Erfahrungen verfügte. Als sich der Kommandant von Fort Yates, Captain Pope, zornig nach St. Louis verabschiedete, weil er nicht sofort zum General ernannt worden war, wurde Grant am 4. Mai 1861 zu seinem Nachfolger bestimmt. Hier erreichte Grant die völlig überraschende Nachricht, daß er zum Brigadegeneral der Freiwilligen befördert worden war. Bis zum Februar 1862 bemühte Grant sich, die schlimmsten Ausbildungsmängel seiner Truppen zu beseitigen. Am 2. Februar 1862 begann er mit der Eroberung der Forts Henry und Donelson. Ihm standen 21000 Konföderierte unter den Generälen Floyd, Pillow und Simon Buckner gegenüber - letzterer ein früherer Freund Grants.
      Die Entscheidung fiel in der Nacht des 15. Februar. Buckner kapitulierte. Einige Zeitungsreporter konstruierten aus den Initialen von Grants Vornamen „U. S." den Spitznamen „Unconditional Surrender" (Bedingungslose Übergabe). Er wurde zum Markenzeichen.

      Er wurde mit Wirkung vom 16. Februar 1862 zum Generalmajor der Freiwilligen ernannt. Diese Ernennung löste jedoch Neid und Mißtrauen seiner Vorgesetzten aus. Sie intrigierten gegen ihn und holten alle seine alten angeblichen Verfehlungen hervor. Seine Absetzung vom 4. März überraschte ihn völlig. Er kannte die Zusammenhänge nicht und erfuhr die Wahrheit erst Jahre später und nahm rehabilitiert am 17. März seinen Dienst wieder auf. In den Schlachten von Shiloh, Corinth und Pittsburgh Landing war er ein erfolgreicher Kommandeur. Gleichwohl verschlechterte sich seine Stituation, da Halleck ihn konsequent überging. Grant erfuhr immer erst als letzter von den Plänen seines Vorgesetzten, so daß er Halleck schließlich aufforderte, ihn zu entlassen. Als Halleck sein Gesuch ablehnte, entschloß Grant sich, in Washington seinen Abschied einzureichen. Am 11. Juli 1862 wurde Halleck abberufen und in Washington zum Generalstabschef ernannt. Grant übernahm das Departmentskommando.

      Die Belagerung und Eroberung von Vicksburgh 1863 sollte zu einem der Glanzpunkte Grants werden. Sie wurde von Militärhistorikern später als eine der brillantesten Kampagnen des Bürgerkrieges bezeichnet. Mit dem 4. Juli 1863 wurde er zum Major General der Regulären ernannt.
      In der Schlacht von Chatanooga gelang es ihm die drohenden Niederlage der Union in einen Sieg umzumünzen. Nach der Schlacht wurde Grant für seine Verdienste zum Generalleutnant befördert. Am 17. März 1864 wurde er Oberbefehlshaber des Heeres. Obwohl er stets offensiv agierte, dabei auch große Verluste hinnahm und zeitweise auch als Schlächter verschrien war sagte Lincoln über ihn:" Ich kann auf diesen Mann nicht verzichten - er kämpft." Nach seiner Ernennung zum General (4 Sterne) beschloß Grant "to go for Lee". In mehren Schlachten(Wilderness,Cold Harbor, Spotsylvania Courthouse u.a.) zwang er schließlich Lee am 9. April 1865 bei Appomattox Court House zur Kapitulation. Der Krieg war zu Ende. Nach dem Krieg wurde ihm am 25. Juli 1866 der vom Kongress neu geschaffene Rang des General of the Army of the United States verliehen. Er blieb bis zu seiner Kandidatur für die Präsidentschaft Oberbefehlshaber des Heeres.

      Am 20. Mai 1868 wurde Grant ohne nennenswerte Opposition zum Präsidentschaftskandidat der Republikaner gewählt.Am Wahltag gewann er mit 309.684 Stimmen Vorsprung von insgesamt 5.716.082 ausgezählten Stimmen gegen den Kandidaten der Demokratischen Partei, Horatio Seymour und wurde der 18. Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Präsidentschaft war durch Korruptionsskandale in bis dahin unbekanntem Ausmaß geprägt, die bis in seine persönliche Umgebung reichten, auch wenn ihm selbst keine Korruption unterstellt wurde. Die Republikaner erwogen trotzdem ihn für eine dritte Amtsperiode - bis dahin einmalig in der Geschichte der Vereinigten Staaten - ins Rennen zu schicken. Am 4. März 1877 schied Grant jedoch aus dem Amt und erfüllte sich seinen Lebenstraum: Er ging auf eine mehr als zwei Jahre dauernde Weltreise.
      Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner 1880 in Chicago fehlten Grant nach 35 Wahlgängen nur noch 65 Stimmen zur erneuten Nominierung. Grant trat damit endgültig von der politischen Bühne ab.

      Auf Anregung von Mark Twain begann Grant seine Memoiren zu schreiben,(auch um seine Familie finanziell abzusichern) die er eine Woche vor seinem Tod abschließen konnte.
      Grant, der bis zu 20 Zigarren am Tag konsumierte, starb am 23. Juli 1885 in Wilton, New York an Kehlkopfkrebs. Er und seine Frau liegen in einem Mausoleum am Riverside Drive, New York City, bestattet.

      Er siegte in einem Krieg, der über Bestand oder Untergang seiner Nation entschied; mehr noch: der den militärischen Komplex der Weltgeschichte tiefgreifend veränderte. Seine ungeschnörkelte Sichtweise der Dinge rührte von einer sehr kontrollierten Emotionalität her. Überschäumendes Temperament war ihm fremd. Alle schriftlichen Zeugnisse, die er hinterließ, zeigen einen Mann, der stets sachlich, an Fakten orientiert und persönlich uneitel war. Und doch ist er heute in Europa so gut wie vergessen, und in Amerika verblaßt die Erinnerung an ihn.
      "You have lost the left arm but I have lost my right"

      General Lee Chancellorsville

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