Reconstruction Era 1865 bis 1877 - Der mühsame Wiederaufbau

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    • Melly schrieb:

      Was die Flaggen in Fort Sumter angeht, meintest Du diese hier? Mein Foto ist aus 2012.

      Ganz genau. Gezeigt wurden die 1. und die 2. Staatsflagge, nicht die nun wieder in der Diskussion stehende Kriegsflagge. Aber naja, Amerikaner sind ja auch für ihre Überreaktionen bekannt.

      Melly schrieb:

      Gerade - und da sei mir nicht böse Uli - in Bayern wurden sämtliche Bauten, Erinnerungen und sonstiges, die in irgendeiner Form mit Hitler & Konsorten zu tun hatten, einfach dem Erdboden gleich gemacht.

      Da muss ich Dir widersprechen. Zwar wurde am Obersalzberg ein Nebengebäude entfernt, aber das Hauptgebäude wurde gerade erst saniert und wieder eröffnet, mit einer völlig neu gestalteten Dokumentation - natürlich absichtlich so gestaltet, dass sie der sachlichen Information und nicht der "Heldenverehrung" dient. Dann haben wir in Nürnberg das Reichsparteitagsgelände mit dem Zeppelinfeld, und gleich daneben das NS-Dokumentationszentrum. Außerdem zahlreiche andere Bauten, die sich die Nazis zueigen machten, wie den Ruhmestempel "Walhalla" bei Regensburg und den Königsplatz in München mit seinen griechisch-römischen Bauten. Alles das gibt es noch, und jeder der einwenig in Geschichte aufgepasst hat, weiß auch, wozu es mal genutzt wurde. Klar, einiges ist weg, so z.B. das "Braune Haus", die Parteizentrale in München, das aber im Krieg ohnehin ausgebombt wurde. Aber gerade weil die Nazis viele bestehende Bauten in ihre Ideologie einbezogen, die man später nicht einfach abreißen wollte, hat das hier schon dazu geführt, dass man das Vergessen nicht nur durch Zerstören und Verdrängen erreichen will.
      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr
    • Ja Uli - so gesehen hast Du auch Recht! Ich hätte mich vielleicht etwas anders ausdrücken und darüber nachdenken sollen, dass Bayern auch über Berchtesgaden hinausgeht. Ich meinte aber auch nicht die Gebäude, die sich die Nazis zu eigen machten, denn die standen schon vorher, sondern die Gebäude, die speziell errichtet worden sind. Und hier fällt es besonders am Obersalzberg auf, der ja damals zum "Führersperrgebiet" ausgebaut wurde.
      Da wir regelmäßig nach Schönau fahren, besuchen wir auch immer wieder den Obersalzberg. Ich war dort auf Spurensuche und habe den Obersalzberg komplett abgelaufen. Und nicht aus Heldenverehrung, sondern einfach aus Interesse, wie es damals zu all dem kommen konnte. Auch die Obersalzberg Dokumentation habe ich bereits mehrfach besucht und mir dort einiges an Material gekauft: wie z. B. ein Film über den Bau der Kehlsteinstrasse mit dem Kehlsteinhaus, Bücher wie "Die tödliche Utopie" (sehr aufschlussreich!) usw. Ich möchte sie auch nicht schlecht reden, sie ist schon wertvoll. Die Dokumentation ist, nach der Freigabe der Amerikaner 1996, erst 1999 eröffnet worden, auf dem Gelände des ehemaligen Platterhofs und den Fundamenten des Parteigästehauses Hoher Göll, der durch die Amerikaner nach dem Krieg besetzt wurde und den Namen "General Walker Hotel" erhielt und als Erholungszentrum genutzt wurde. Und nicht wie im Internet verbreitet, auf dem Terrassengelände des ehemaligen Berghofs. Es existiert heute hier eine Gaststätte mit dem Namen "Berggasthof", die aber nicht mit dem ehemaligen Berghof zu verwechseln ist. Nein - der lag ein Stückchen weiter weg. Es gibt einen kleinen Forstweg, rechts neben dem Hotel zum Türken. Nichts mehr weist heute daraufhin, dass dies die breite Strasse zum Berghof war. Ich habe an der Rückwand des Berghofs gestanden. Dieser Platz ist komplett aufgeforstet worden und - wenn man nicht genau weiß, wo er zu suchen ist - findet man ihn gar nicht. Dort angekommen, entdeckt man dann ein Schild. Das war' s!
      Dateien
    • Viele Gebäude, die dort einmal gestanden haben, sind bombardiert und zerstört worden. Auch heute noch werden Betonreste entsorgt, übererdet oder aufgeforstet, so dass man kaum Spuren finden kann. Und das finde ich schade. Das Kehlsteinhaus war damals auch in der Diskussion, es vielleicht doch zu sprengen. Und dort wo das Göring-Haus stand, steht seit 2005 das Kempinski-Hotel, in der Nähe der Dokumentation. Das sind alles zentrale Punkte, mit denen Geld gemacht wird und das nicht zu knapp. Die Menschen kommen aus aller Welt, um einmal im goldenen Aufzug zum Kehlsteinhaus zu fahren und natürlich kann man dort bequem hinkommen, denn es gibt ja Busse ab dem Parkplatz (Privatfahrzeuge dürfen die Kehlsteinstrasse nicht benutzen!) und Bayern lässt sich das alles sehr gut bezahlen. Da ist natürlich eine kleine Betonruine des Teehauses am Mooslahnerkopf nicht so wertvoll. Diese wurde in diesem Jahrhundert erst abgetragen.

      Ich habe hier eine sehr interessante Karte, aus der ersichtlich ist, welche Gebäude damals dort standen. Man kann sogar auf Google Maps mit den Koordinaten verlinken, so dass es leicht ist, die Orte nachzuvollziehen.
      Ich finde diese Internetseite von einem Interessierten super. Hier steckt viel Arbeit drin und auch Gebäude an anderen Orten findet man hier wieder.

      vergessener-beton.de/kriegssch…rsicht-berchtesgaden.html

      Aufschlussreich finde ich auch diese Kurzfilme zum Berghof und Hitler's Teehaus am Mooslahner Kopf. Schaut sie Euch einfach an und macht Euch selbst ein Bild.

      youtube.com/watch?v=O5fQDzopfwg

      youtube.com/watch?v=YICM2G5RSNk