Die Währung der Konföderierten Staaten

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    • Die Währung der Konföderierten Staaten

      Auch die Konföderierten Staaten brauchten eine Geldwährung. Wie jeder souveräne Staat (für den sich die Konföderation hielt) beanspruchten sie das Recht, eine eigene Währung einzuführen und eigenes Geld im Umlauf zu bringen. Die US-Dollars galten weiter, aber ausgegeben wurde seit Gründung der CSA im April 1864 der "Konföderierte Dollar", kurz CSA-Dollar, oder - in Anlehnung an den US-Dollar - "Greyback" genannt.

      Im Gegensatz zu Währungen anderer Staaten gab es keinen Gegenwert in Edelmetall (Gold und Silber). Dies war in der Hektik der Währungseinführung und aus der wirtschaftlichen Lage der südlichen US-Teilstaaten garnicht möglich. Es gab vielmehr nur das Versprechen an den Inhaber des Geldes, diesen Gegenwert nach dem Sieg aufzustellen. Es war also kein werthaltiges Tauschmittel sondern nichts anderes als ein Kreditschein.

      Solange die Konföderation noch über nennenswerte Sachwerte verfügte (wie Baumwolle oder Tabak), war die relative Stabilität dieser Währung gesichert. Aber als sich der Krieg gegen die Konföderation entwickelte und werthaltige Wirtschaftsgüter kaum noch zur Verfügung standen, sank das Vertrauen in den Geldwert. Die Folge war eine gewaltige Inflation. Ende 1864 war das Geld praktisch wertlos.

      Der CSA-Dollar wurde in folgenden Größen herausgegeben:
      > Münzen zu 1, 10 und 50 Cent (keine Serienproduktion)
      > Banknoten zu 50 Cent, 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Dollar

      In der Konföderation gab es kaum fähige Graveure zum Herstellen von Druckplatten. Auch sichere Druckereien und Prägeanstalten waren Mangelware. Man griff zunächst auf vorhandene Vorlagen und Motive zurück, die nicht unbedingt einen Bezug zur Konföderation hatten, wie Götter der Mythologie, historischen Figuren, aber auch Marineschiffe oder Sklaven bei der Arbeit - stets mit fröhlichen Gesichtern.

      Zur Herstellung der Druckvorlagen bediente sich die Konföderation jeder Quelle, die sie bekommen konnte, weil sie natürlich keinen Zugang zu den Unions-Druckereien hatten. Hieraus alleine ergaben sich auch zwischen den Druckereien starke Unterschiede auch bei gleichen Banknoten. Einheitlich war nur, dass sie auf blassgrauem Papier mit schwarzem Druck und rotem Überdruck hergestellt wurden. Weitere Farben wären zu teuer gewesen. Alle Scheine außer der 50-Cent-Note wurden von verschiedenen Schatzamts-Mitarbeiten von Hand unterzeichnet.

      In insgesamt 7 Kongressbeschlüssen zwischen 1861 bis 1864 wurde die Herausgabe einer bestimmten Menge von Banknoten verfügt. Über alle Banknoten hinweg gab es hierdurch 72 verschiedene Motive. So wurden z.B. die Köpfe der ex-Präsidenten George Washington und Andrew Jackson, des bekannten Kongressmannes John C. Calhoun, von Präsident Jefferson Davis, Vizepräsident Alexander Stephens, Finanzminister Christopher Memminger oder der Frau von South Carolina's Gouverneur, Lucy H. Pickens abgebildet. Auch einige Mitgliedsstaaten gaben eigene Banknoten heraus, was die Vielfalt noch verstärkte.

      Dies alles machte es Geldfälschern leicht. Böse Zungen sagten, Blüten seien leicht zu erkennen, da sie besser als das Original waren. Heute ist konföderiertes Falschgeld bei Sammlern aber ebenso hoch gehandelt wie echte Banknoten.

      Beispiele der konföderierten Banknoten (Quelle: Wikipedia):
      [IMG:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/65/Confederate_5_and_100_Dollars.jpg/252px-Confederate_5_and_100_Dollars.jpg]
      [IMG:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/8b/Confederate_currency_notes_6.jpg/250px-Confederate_currency_notes_6.jpg]

      Münzen wurden kaum produziert, weil das zu ihrer Herstellung nötige wertvolle Edelmetall (Bronce) dringender nach Europa gehen musste, um von dort Kriegsmaterial zu bekommen. Ein Münzpräger in Philadelphia, PA stellte rund ein Dutzend 1-Cent-Münzen her, brach den Auftrag aber aus Furcht davor ab, dem Feind zu helfen, und verbarg die Münzen in seinem Keller. Ein Druckplatten-Graveur fertigte für die Münzanstalt von New Orleans Formen für eine 50-Cent-Münze. Damit kam es aber nur zu vier Probe-Prägungen. Alle vier Münzen daraus sind bis heute vorhanden, die Prägeformen gingen in den 20er Jahren verloren.

      So sahen die 50-Cent-Münzen aus (Quelle: Wikipedia):
      [IMG:http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d4/1861_Confederate_Half.jpg/250px-1861_Confederate_Half.jpg]

      Mit Ende des Krieges war nicht nur die Konföderation aufgelöst, sondern auch alle ihre Insignien wurden ungültig, darunter auch ihre Währung. In den ehemaligen Südstaaten galt ab sofort wieder der US-Dollar aus dem Norden. Einen Umtausch noch vorhandener konföderierter Dollar gab es nicht. Wer im Süden trotz Krieg und Zerstörung noch Geldmittel besaß, verlor diese hierdurch auch. Das Bankenwesen im Süden musste aber erst in jahrelanger Wiederaufbauzeit neu errichtet werden.

      Weitere Quellen zum Thema, mit zahlreichen Abbildungen:
      rebelstatescurrency.com
      virtualgettysburg.com/exhibit/currency/main.html
      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr
    • @ Melly: Der 10-Dollar-Schein, den George und Orry als Wette teilen und später als Versprechen, sich wiederzusehen, ist eine US-Banknote - und das war zur damaligen Zeit eine Menge Geld.

      @ Uli: Irgendwo in den Tiefen meines Archivs schlummert noch eine CSA-Banknote. Mal sehen, ob ich das Teil wiederfinde und scannen kann.
      Ich habe gelernt, dass es bei allen Völkern gute und böse Menschen gibt. Die Farbe der Haut ist nicht entscheidend.
      (sinngemäßes Zitat nach Leutnant Robert Merril aus dem Film Winnetou II)
    • Gundolf schrieb:

      @ Melly: Der 10-Dollar-Schein, den George und Orry als Wette teilen ... ist eine US-Banknote.
      Natürlich, denn das war im Jahr 1842. Da war von der Konföderation noch nichts zu ahnen.
      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr