Der "Code Duello"

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    • Der "Code Duello"

      In Fackeln im Sturm werden in South Carolina zwei Duelle abgehalten. Während jenes zwischen Forbes und Billy auf Betrug ausgelegt ist und deshalb die wichtigsten Regeln vermissen lässt, läuft das Duell von Charles und Whitney Smith nach den damals üblichen, vollständigen Ritualen ab. Smith Dawkins erwähnt (in der englishen Fassung) zuvor den "Code Duello" als Grundlage. Ich habe mich hierüber kundig gemacht und folgende Informationen zusammengetragen:
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      Das Wort "Duell" stammt vom lateinischen "duo" (zwei) ab und bezeichnet einen direkten Kampf Mann gegen Mann, aus dem in der Regel nur ein Gewinner hervorgeht. Solche Kämpfe wurden als besonders ehrenhaft angesehen, weil sie von beiden Duellanten hohen Mut und Standhaftigkeit erforderten, und es gibt schon sehr frühe geschichtliche Zeugnisse, dass hierfür feste Regeln aufgestellt wurden.

      Im 7. Jahrhundert vor Christus fand unter den jeweils drei Brüdern der Familien Horatii und Curatii eine Duell-Serie nach festen Regeln statt. Auch Markus Aurelius und Oktavian forderten sich zum Duell heraus, das aber nicht stattfand. Die Lombarden hatten Duelle, die von örtlichen Richtern beaufsichtigt wurden. In den nordischen Sagen gibt es Hinweise auf Duell-Regeln aus der Zeit der Vikinger.

      Das älteste überlieferte Regelwerk für Duelle stammt aus Italien und wurde 1409 als "Flos Duellatorum" niedergelegt. Die "Fechtbücher" von Hans Talhofer aus dem gleichen Jahrhundert beschreiben Duelle, die von Richtern als Urteilsspruch verhängt wurden.

      Ein moralisch einwandfreies Duell beginnt, indem der Herausforderer traditionell öffentlich, persönlich und direkt von der Person, mit der es einen ehrverletzenden Zwischenfall gegeben hat, Genugtuung fordert. Der Herausgeforderte kann sich zwischen einer öffentlichen Entschuldigung oder der Wahl der Waffen entscheiden. Der Herausforderer schlägt dann einen Ort vor, an dem das Duell ohne Gefahr einer Verhaftung ausgeführt werden kann. Sein Gegner muss diese Vereinbarung akzeptieren oder eine Alternative vorschlagen.

      Zum Austragungsort bringen beide Duellanten ihre Sekundanten und einen Doktor mit. Aufgabe der Sekundanten ist ein Vermittlungsversuch zwischen den Parteien zur Beilegung des Streits oder der Rücknahme der Herausforderung. Haben sie damit Erfolg, dann gehen beide Parteien nach Hause und betrachteten die Angelegenheit als erledigt. Jede Seite muss mindestens einen Sekundanten aufbieten, üblich sind bis zu drei.

      Erscheint eine Seite nicht, wird diese als Feigling und die erschienene Parteil wird als Sieger betitelt. Die Sekundanten bezeugen diesen Akt der Feigheit.


      Bis zum 17. Jahrhundert, als Pistolen verfügbar wurden, verwendete man üblicherweise Schwerter als Waffen. Die Parteien begannen auf gegenüberliegenden Seiten eines Feldes mit 20 auf 20 Schritt, das mit Taschentüchern an den Ecken markiert wurde. Das Verlassen des Feldes galt als Feigheit. Mit Schusswaffen schritten die Parteien je 10 Schritt in entgegengesetzte Richtung, wendete und feuerten dann gleichzeitig. Beide Parteien mussten den Schusswechsel aufrecht stehend abwarten.

      Gekämpft wird stets bis zu einer vorher festgelegten Situation. Während neuere Quellen angeben, dass bis zum ersten Blutsaustritt gekämpft wurde, so galt dies aber nicht selten als unehrenhaft und unmännlich. Viel üblicher war ein Kampf, bis einer der Parteien körperlich außer Stande war, den Kampf fortzusetzen, oder bis einer der Doktoren den Kampf unterbrach. Dann wurde die auslösende Angelegenheit als im Sinne des Siegers beigelegt betrachtet und der Verlierer behielt seinen Ruf eines mutigen Mannes.

      Seit dem 18. Jahrhundert fanden Duelle fast nur noch mit Schusswaffen statt, insbesondere dann auf Basis des "Code Duello", der in Irland 1777 offizielles Gesetz wurde. Typische Waffen waren spezielle Duellpistolen, die paarweise in genau gleichem Aussehen, Zuverlässigkeit und Genauigkeit vorlagen. In Amerika ersetzte dieser irische Code häufig den simplen Faustkampf und gab den Duellanten das Gefühl von Respektspersonen. Weil damalige Pistolen weniger präzise gehandhabt werden konnten, gingen Duelle aber nicht selten tödlich aus. Auch führte der frühere Brauch, ein Schusswaffenduell im letzten Moment abzubrechen, indem man in den Boden schoss, häufig zu Unfällen, weshalb dies im irischen Code untersagt war.

      1838 veröffentlichte John Lyde Wilson, ehemaliger Gouverneur von South Carolina, die Schrift "Code of Honor, or Rules for the Government of Principals and Seconds in Dueling" (Ehrencodex, oder Regierungsrichtlinien für Prinzipaten und Sekundanten von Duellen). Dieser Code glich den Vorgaben aus Irland stark, enthielt aber weitere Regelungen zur Geheimhaltung. Auch wurde am Kampfplatz völliges Schweigen verordnet, mit Ausnahme eines Sekundanten, der die Schritte auszählt und hierdurch die Ehre der herausfordernden Partei erhält. Wurde ihm dies versagt, konnte er hierauf selbst Genugtuung fordern.

      Offiziell seit Anfang der 1840er Jahre verboten, hielt sich diese Tradition in einigen Landesteilen noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.
      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr