George Brinton McClellan

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • George Brinton McClellan

      George B. McClellan ist am 03.12.1826 in Philadelphia, Pennsylvania geboren und am 29.10.1885 in Orange, New Jersey gestorben. Er war Oberbefehlshaber der Union im Sezessionskrieg, Gegenkandidat Abraham Lincolns (Präsidentschaftswahlen 1864) und Gouverneur des Bundesstaates New Jersey.

      Er war Zweitbester seines Jahrgangs (Abschluss 1846) und nahm als Pionieroffizier am mexikanischen Krieg teil. 1855 ging McClellan nach Europa, um das dortige Militärwesen zu studieren. Von 1857 – 1861 war er zunächst als leitender Eisenbahningenieur tätig und später wurde er Präsident der Ohio und Mississippi Railroad.

      Im April 1861 wurde McClellan als Generalmajor reaktiviert. Nach der Niederlage der Unionstruppen in Manassas durch General Irvin McDowell erhielt er den Oberbefehl für die Potomac-Armee. Von November 1861 bis März 1862 war er Oberbefehlshaber aller US-Streitkräfte. Er erwies sich als hervorragender Organisator, aber als zögerlicher Heerführer. Er baute seine Truppe zu einer schlag-kräftigen Armee aus und scheute sich dann, sie einzusetzen. Auf Drängen der Regierung rückte er im März gegen Richmond vor. Er gewann die meisten Schlachten gegen die Südstaaten-Truppen des General Robert E. Lee, zog sich dann aber aus Virginia zurück.

      Im September 1862 erkämpfte er gegen General Lee in der Schlacht am Antietam ein taktisches Unentschieden, das sich nach Lees Rückzug aus Maryland als strategischer Sieg erwies. Er versäumte es jedoch, den geschwächten Gegner zu verfolgen und dem Krieg damit womöglich ein frühes Ende zu bereiten. Dieses zweite Zögern kostete ihn den Oberbefehl.

      McClellan verließ die Armee, ging in die Politik und die demokratische Partei stellte ihn 1864 als Gegenkandidaten für Abraham Lincoln auf. Im Wahlkampf trat er dafür ein, den Krieg gegen den Süden mit Verhandlungen zu beenden, was auf eine Anerkennung der Sezession hinausgelaufen wäre. Acht Wochen vor der Wahl eroberte William T. Sherman Atlanta und dies brachte einen Umschwung in die Wählermeinung. Der Gedanke an Verhandlungen mit dem Süden war unpopulär und somit unterlag McClellan Lincoln stimmenmäßig.

      Nach seiner Wahlniederlage unternahm er Reisen nach Europa und kehrte erst 1868 zurück. Er blieb in der Partei und wurde 1877 zum Gouverneur von New Jersey gewählt. Er übte das Amt bis 1881 aus und verstarb vier Jahre später.

      Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/George_B._McClellan
      Glücklich sind nicht die Menschen, die keine Sorgen haben, sondern die, die positiv mit Dingen leben, die alles andere als perfekt sind.
    • Begegnung zwischen McClellan und Custer

      McClellan soll mit seinen Offizieren vor einem Fluss gestanden und diskutiert haben, wie tief dieser doch wäre. Während die Herren noch rätselten, galopierte Custer mit seinem Pferd hinein und rief: "So tief ist es."
      "South Carolina is too small for a republic and too large for an insane asylum."
      James L. Petigru
    • Die Anekdote führt die unterschiedlichen Charaktere der Generäle vor Augen: McClellan als Zauderer und Custer als "Spring-ins-Feld". Ersterer hat dadurch seinen Posten verloren, letzterer sein Leben.
      "Then there is nothing left for me but to go and see General Grant, and I would rather die a thousand deaths.
      Gen Robert E. Lee, Appomattox Court House, 9. April 1865, 8.30 Uhr
    • Hier mal noch etwas zu diesem Herrn:

      Keine Entscheidung zu treffen kann unter Umständen genau so gefährlich sein wie eine falsche. Wenn ein Befehlshaber aus Angst, einen Fehler zu machen,
      die Dinge einfach treiben läßt, macht er mit Sicherheit gerade solch einen Fehler. Es hat Generäle gegeben, deren Denken so von der Furcht vor Verantwortung beherrscht war, daß sie die Schlacht bereits verloren hatten, noch ehe der Feind den ersten Schuß abgefeuert hatte.

      Ein solcher Mann war General George McClellan.

      Wer wegen ausgezeichneter Leistungen hohes Ansehen genießt, ohne es jemals unter Beweis stellen zu müssen, ist wahrhaft glücklich zu nennen. Genau das war die beneidenswerte Position des »Schrecklichen McC«, wie die Konföderierten im amerikanischen Bürgerkrieg George McClellan, boshaft nannten. »McC« war geradezu das Musterbild eines modernen Generalmajors. Er sah blendend aus,
      hatte den bestgekleidetsten Stab aller Generäle diesseits und jenseits der Front, und seine Manöver besaßen - zumindest auf dem Papier - napoleonische Größe und Weitsicht. Unglücklicherweise hatte McClellan Angst, seinen Ruf aufs Spiel zu setzen, indem er seine Pläne in der Wirklichkeit erprobte.
      Er war dermaßen vorsichtig, daß Präsident Lincoln ihn als »Standmotor« und seine gesamte Potomac-Armee als »George McClellans Leibwache« bezeichnete.
      Lincoln benötigte einen kämpferischen General, der ihm Siege bescheren könnte, aber McClellan zog es vor, theoretische Schlachten zu schlagen,
      und so waren seine Erfolge rein hypothetischer Natur. Seine Überschätzung der gegnerischen Stärke wirkte ansteckend und führte bei einigen Befehlshabern der Unionstruppen zu einem Minderwertigkeitskomplex, wenn sie so legendären Namen wie Robert E. Lee, Stonewall Jackson oder Jeb Stuart begegneten.
      Zu Beginn seines Kommandos hatte McClellan sich einmal selbst hinters Licht geführt, als er glaubte, die Konföderierten hielten Munsons Hill besetzt,
      bis er entdeckte, daß die Geschütze, die ihn in Bann geschlagen hatten, nur schwarz angemalte Holzklötze gewesen waren.
      McClellan hatte eine ungewöhnliche Neigung für Geheimdienste. Da er mit dem, was die Armee ihm bieten konnte, nicht zufrieden war, beschäftigte er Pinkertons Privatdetektei, um Informationen über den Feind zu bekommen. Als Privatagentur jedoch hielt man es bei Pinkerton mit der Devise, den Kunden zufriedenzustellen, indem man ihm das sagt, was er hören möchte, statt ihm einem objektiv wahren Bericht zu übermitteln. McClellan wollte hören, daß ihm die Konföderierten zahlenmäßig weit überlegen seien, weil ihm dies zum Vorwand dienen konnte, alle Unternehmungen zu verschieben. Aus Unfähigkeit oder Absicht übermittelte Pinkerton McClellan ungenaue und überhöhte Zahlen. So konnte »Napoleon Jr.« sich noch weiter in sein Gehäuse zurückziehen.

      Im August 1861 teilte McClellan Lincoln mit, daß die Rebellen viermal so stark seien wie seine Truppen. Im März 1862 machte Pinkerton aus den 40.000 Soldaten von General Lee 80.000. Im Juni 1862 wurden McClellans 100.000 Mann von McGruders 23.000 Soldaten aufgehalten, was ihn nicht daran hinderte, Lincoln zu berichten,
      daß »die Schurken verdammt stark sind«. Im Oktober 1862 schätzte er Lees Armee auf 150.000 Mann. Damit hätte der Befehlshaber der Konföderierten die stärkste Streitkraft des gesamten Bürgerkriegs besessen. In scharfem Kontrast dazu stand der in Harper's Weekly erschienene Bericht eines französischen Militärkorrespondenten, dem zufolge die Rebellen lediglich aus 60.000 »zerlumpten, dreckigen und halbverhungerten« Soldaten bestünden.

      Einmal jedoch hielt »Napoleon Jr.« tatsächlich den gesamten Schlachtplan der Konföderierten in der Hand, der um einige ausrangierte Zigarren gewickelt war.
      Alles hätte ganz anders verlaufen können, wenn McClellan mehr Tatkraft und weniger Vorsicht gezeigt hätte. Da er Lees Schlachtplan erbeutet hatte,
      hätte er dessen Formationen eine nach der anderen stellen und vernichten können - doch er vergab seine Chance. Er hätte am 13. September einen Nachtmarsch befehlen und nach den Kämpfen in den Bergen am folgenden Tag auf einer energischen Verfolgung bestehen sollen - doch er tat weder das eine noch das andere.
      Er hätte am Antietam Creek schon am 16. angreifen sollen, bevor Jackson sich mit Lee verbinden konnte - doch er studierte lieber das Gelände und konzentrierte seine ohnehin schon überlegenen Kräfte. Als er schließlich am 17. angriff, hätte er Lee immer noch schlagen können.
      Doch McClellans Schlachtplan hätte sorgfältiges Timing und genaue Überwachung erfordert. Doch weder das eine noch das andere funktionierte.
      Der Oberbefehlshaber blieb fast den ganzen Tag auf der Ostseite des Antietam Creek und ließ seine Korpskommandeure ihre eigenen separaten Schlachten ausfechten.
      Das Ergebnis war eine Serie unkoordinierter Angriffe, wobei der Angriff des IX. Korps stattfand, als die anderen Kämpfe bereits seit zwei Stunden aufgehört hatten.
      Diese Verspätung - die durch die schlechte Kommunikation zwischen Burnside und McClellan mitverursacht wurde
      - und das rechtzeitige Eintreffen von A. P. Hill kosteten die Union einen großen Sieg.
      McClellan jedoch zeigte keine Reue. »Meines Erachtens habe ich alles getan, was man von mir verlangen kann, indem ich das Vaterland zweimal gerettet habe«,
      schrieb er am 20. September an seine Frau. Doch es war Abraham Lincolns Meinung, auf die es ankam.
      »Sind Sie nicht übervorsichtig, wenn Sie annehmen, etwas nicht zu vermögen, was der Feind ständig vermag?«, fragte Lincoln am 13. Oktober erbost über McClellans fadenscheinige Begründungen für sein Versäumnis, Lee über den Potomac zu verfolgen. Am 7. November wurde McClellan seines Kommandos enthoben und nie mehr im Feld eingesetzt. Seine Vorsicht auf dem Schlachtfeld hatte die Nordstaaten einen Sieg gekostet, der den Bürgerkrieg schon 1862 hätte beenden können.
      "You have lost the left arm but I have lost my right"

      General Lee Chancellorsville